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Brief an Therapeutin

 

In der Hoffnung einen Halt zu finden, nur einen kleinen Fels in den reißenden Wellen, vielleicht auch nur eine Erklärung, vielleicht nur einen Namen, in dieser Hoffnung kam ich.


Der Weg war weit...


Das Eingeständnis, das Gespräch – schwerer als alles andere, härter als die Zeit zuvor, tiefer als die Verzweiflung, schmerzender als die Schnitte. Eingestehen der eigenen Schwäche und das Gefühl, versagt zu haben in eben diesem Moment, der doch eigentlich einen hoffnungsvollen Schritt nach vorne verheißen sollte.


Der Termin, ein Dienstag. Ich war nervös, sehr nervös als ich mich auf den Weg ins Ungewisse machte. Dämmerung und Nieselregen nahmen nichts von der Angst – der Schleier erfüllte mich.


Schwärze als Erinnerung der ersten Stunde. Nur die Drohung brannte, brennt noch. Ein Fehler, ein Fehler und dein Leben ist verloren! Tränen und Regen gruben Spuren ins Gesicht auf den Rückweg in ein fernes Zuhause.


Die Zeit...


„Nicht Vertrauen, nur Offenheit“ - Ein Leitsatz, den ich nie verstand: Wie offen sein, ohne Vertrauen? Doch Zeit lehrt und Blut fließt auch am rechten Arm, selbst wenn die Schnitte ungelenker sind – doch wird dort nicht kontrolliert. Traurigkeit in den Gesichtern, Scham. So ein Kind, eine Blamage und es selbst trägt es bis heute vor sich her.

Nichts mehr zu sagen, keine Antworten, noch mehr Leere, Leere, Leere, Schweigen, Kapitulation.


Der Weg war weit, die Zeit war schwer.


Was zu sagen bleibt....


Der Liebe entsagt, von neuer betrogen, Vertrauen missbraucht und ausgeblutet. Schmerz und Leere und Schmerz und Leere. Reue. Buße. Schmerz.


Voller Wut und Verlust glaubte ich wiedergutmachen zu können, was man mir nicht geben konnte. Wollte besser machen, wo man bei mir versagte. Doch musste ich – mit noch mehr Kummer erkauft – erkennen, dass man den Gefühlen in uns nur Namen gibt und sie als kleine Punkte in Kurven einreiht. Jeder ein Wert der Skala des Normalen – der Mittelwert die Perfektion. Schmerz , Verzweiflung, Freude, Erinnerungen, Erlebnisse – Zahlen der Tabelle. Dezimierung.



Ich war mehr, bin mehr und habe verstanden, dass man meinen Gedanken und Handlungen vielleicht Namen geben kann, sie dadurch aber nicht erfühlen und verstehen kann. Enttäuschte Hoffnung. Der Weg war umsonst.


Und so habe ich nie den Namen erfahren, den man meiner Welt zu pflegen gibt.


 

 


8.10.09 02:58


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Sternenseele


Millionen kleine Lichter

Strahlen mir entgegen,

Millionen von Gesichtern,

Tausende von Sternenseelen.


Die Nacht ist ihre Wiege,

Vom Himmel schauen sie herab.

Sehnsucht nach dem letzten Siege,

Sehnsucht nach dem stillen Grab


Leises Lachen, hell und klar.

Sie flüstern still, sie rufen mich.

Mein Wintertraum wird letztlich wahr,

Schnee begräbt mich unter sich.


Seelen können niemals sterben,

Befreit von allem Leid der Erde

Wollen sie nur eines werden…

Der Himmel - der letzte aller Särge.


Millionen kleine Lichter

Strahlen mir entgegen

Millionen von Gesichtern,

Tausende von Sternenseelen.

30.6.09 00:02


Gefesselt an Dich


Sage mir, ist das hier Leben?

Die ganze Zeit zu streben

Nach Dingen, die nie enden.

Wann wird es sich nur wenden?


Mir ging der Sinn verloren

Und wurd’ auch niemals neu geboren.

Was hält mich noch in dieser Welt

Was gibt es denn, das mir gefällt?


Es ist doch eine einzig Qual

Doch ich habe keine Wahl.

Früher lebte ich für mich

Nun lebe ich nur noch für dich.


Deshalb kann ich niemals gehen

Könnt dich niemals traurig sehen

Denn ich weiß du hast inmitten

Dieser Welt schon längst genug gelitten.


Und wenn du fort von mir bist

So bin ich mir nun ganz gewiss

Werd ich dieser Welt entsagen,

dann habe ich genug ertragen.

29.6.09 23:48


Winter
 

Die Sterne brennen. Verbrennen. Meine Haut, meine Finger, die versuchen den Schnee zu berühren. Den Mond. Sie verbrennen.

Ich laufe, ziellos, denn ich kenne den Weg nicht. Nicht einmal den Weg zurück. Ich kenne nur den Schnee – und die Sterne. Immer weiter. Denn hinter mir liegt nur Schmerz - doch ich suche Vergebung. Der Weg führt mich fort – weiter fort von dem Pfad, der sich durch den kalten Schnee gebahnt hat.


Sein. So wie alle anderen. So wie alle andere es wollen. So soll ich sein. Doch das wäre gewöhnlich. Nur gewöhnlich, wie alle anderen. Doch wenn ich gewöhnlich bin, wie willst du mich dann sehen?


Ich folge dem Schnee, er führt mich.


Etwas besonderes. Mehr nicht. Nicht hübsch, nicht klug, nicht schön – nur besonders. Mehr habe ich nie verlangt. Und mehr will ich niemals bekommen. Für dich.


Der Schnee endet an einer Tür, doch traue ich mich nicht, sie zu öffnen.


'Was willst du?'

'Ich weiß es nicht.... was willst du?'

'Dich'


...Stille. Der Rosenstrauß verblüht. Gefriert. Ich finde nichts, nichts in dieser Welt, was den Weg zu dir durch den Schnee rechtfertigen würde. Der Schnee gibt nach unter meinen Schritten und das Eis an den Blättern taut. Es holt mich ein. Fängt mich, und lässt mich in diesem Augenblick vergehen. Die Zeit steht still. Und zerbricht.


Ich zerbreche – an der Endlichkeit.

 
29.6.09 23:41


 

Erster Schnee


Es rüttelte. Etwas von dem kalten Kaffee spritze über die Buchseiten. Sie verwischte die Tropfen mit ihrem Zeigefinger. Ein kleiner Teil der Seite verfärbte sich braun. Es war nicht wichtig – das Buch hatte keine Aussage.


Der Zug wurde langsamer, ein Blick aus dem Fenster zeigte ihr, dass sie den Bahnhof erreicht hatte. Sie und die anderen verbliebenen Fahrgäste. Sie schlug das Buch zu – ohne sich die Seitenzahl zu merken – packte es in die Tasche und nahm ihre Sachen. Sie stand auf, um zum Ausgang zu gehen. Der Zug kam zum Stillstand. Ein letzter Ruck. Die Türen öffneten sich, ein grauer Bahngleis begrüßte sie.


Sie kannten den Anblick, sie meinte sogar, die Menschen zu kennen. Graue Menschen, grau wie der Bahnsteig. Alle schienen ein Ziel zu haben, strömten beschäftigt umher. Es war nicht das erste Mal, dass sie sich hier verloren fühlte. Sie zögerte. Doch dann ging sie, der Blick gesenkt. Sie kannte den Weg. Hin und wieder schaute sie sich um, und sah Menschen einander begrüßen, sich in die Arme nehmen – sich freuen. Sie erwartete so etwas nicht. Nie mehr. Dass sie hier war, war falsch. Und das ließ sie dieser Ort auch spüren. Es war kalt. Sie zog ihren Mantel ein wenig fester zusammen.


Sie erreichte die S-Bahn und fand auch mit Leichtigkeit die richtige Verbindung. So etwas war immer leicht. Doch Einsteigen fiel ihr wieder schwer. Die Türen öffneten sich, und sie zwang sich hinein in die Enge.

Nach unschätzbarer Zeit wurde aus der Enge Leere. Sie war allein. Fast. Die kalten Augen spiegelten sich im Fenster gegenüber. Sie konnte dem Blick standhalten. Aber nur kurz. Es tat weh. Schon jetzt war die Traurigkeit in ihr.


Die Bahn hielt, sie nahm wieder ihre Sachen und ging. Sie ging zum nächsten Ziel. Zur nächsten Etappe. Zum nächsten Ende. Auf dem Weg begegnete ihr niemand mehr. Nachdem sie die Station verlassen hatte, teilte sich die Straße. Kurz überlegte sie, einen anderen Weg einzuschlagen. Doch das Unbekannte half ihr nicht. Sie war allein, und wollte es nicht länger sein. Es war kalt. Sie wollte sich aufwärmen. Sie folgte der Straße. Schatten folgten ihr. Die Zunge wurde schwer, die Augen fingen an zu brennen. Ein Gefühl. Mehr nicht. Mit jedem Schritt zerbrach sie mehr an der Unmöglichkeit. Sie kämpfte einen Kampf, den sie nicht gewinnen konnte. Und die Einsicht, dass es so ist, machte es vielleicht noch schwerer. Mit jedem Schritt spürte sie ihre Kraft gehen. Sie wurde verschlugen von Schatten. Schatten, die nicht fliehen.


Sie erreichte die Tür. Zögern. Sollte sie sich freuen? Sie spüren ein solches Glück in sich aufkommen, kaum zu ertragen. Gleich könnte sie fühlen, berühren, geben? Doch als sie die Tür berührte, sie öffnen wollte, um hineinzugehen in die Wärme, da wusste sie, dass es nicht richtig wäre. Das Glück, dass sie spüren wollte, war eine Lüge. Sie wusste es. Alle wussten es. Zerrissenheit. Bedeutungslosigkeit. Sie setzte sich auf die Stufe vor der Tür und zündete sich eine Zigarette an. Das kleine Feuer schien kurzzeitig ihre Welt zu erhellen. Doch das, was das Licht gebar war grau. Kalt. Hart.


Sie schloss die Augen, und es schien, als wäre eine Ewigkeit vergangen, bevor sie sie wieder öffnen konnte. Sie spürte Feuchtigkeit auf ihrem Gesicht, auf ihren Haaren. Sie blickte nach oben, suchte den Himmel. Doch sie fand ihn nicht. Sie fand etwas viel schöneres. Schnee fiel herab und bedeckte den Boden. Langsam verschwand das Grau, die Welt wurde weich. Weich und leicht. Sie berührte den Schnee mit den Fingerspitzen. Gefühl. Fast hätte sie geweint. Sie hatte keine Angst mehr. Sie war nicht mehr traurig. Sie war nicht mehr verzweifelt. Es schien, als wären mit dem Grau auch diese Dinge gegangen. Begraben unter Eis. Was sollte ihr geschehen? Mehr Schmerz? Mehr Traurigkeit? Mehr Verzweiflung? So soll es sein, sie würde alles ertragen. Alles. Und nun wusste sie auch wieder warum, warum sie überhaupt her gekommen war. Sie wollte glücklich sein. Und manche Menschen sind verrückt genug, für einen Moment Glück, viele Momente Leid zu ertragen. Es war Zeit. Sie stand auf, strich sich die Haare aus dem Gesicht und öffnete die Tür.

 



20.6.09 00:45


Weiße Rose
 
 

Ihr Körper, leblos, kalt und bleich

So liegt sie auf der Totenbahre

Ihre Züge wirken doch so weich

Sie scheint zu hören, was ich sage


„Die weiße Rose ist gegangen

Die weiße Rose ist gestorben

Wir müssen um das Leben bangen

Die Welt ist nun verdorben“


Im letzten warmen Sonnenlicht

Seh ich noch die Flügel blitzen

Niemand nimmt mir nun die Sicht

Auf die Engel, die dort sitzen.


Sie lassen ihre Tränen fallen

Ihr Schluchzen hallt mir noch im Ohr

Sie lassen ihre Trauer wallen

Und singen wunderschön im Chor:


„Die weiße Rose ist gegangen

Die weiße Rose ist gestorben

Wir müssen um das Leben bangen

Die Welt ist nun verloren“


Wer konnt den letzten Engel retten

Der auf dieser Erde weilte

Ich ließ doch um ihr Leben wetten

Wusste nicht wie schnell der Tod ihm eilte

20.6.09 00:41


Fallen


Und ich sehe dich vor mir.

Sitze neben dir.

Schaue dich an.


Ich ertrage es nicht...


Du lächelst ein wenig.

Etwas, was ich dir nicht nehmen konnte.

Etwas, was geblieben ist zwischen all den Scherben.


Ich blicke weg...


Fliehen in Erinnerungen.

Erinnerungen, die nicht sind.

Und nie waren.


Ich schweige und fliehe...


Versucht, Vergebung zu erlangen.

Versucht, etwas neues aufzubauen.

Gescheitert an dem Versuch.


Ich verzeihe mir nicht...

20.6.09 00:35


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